Demografischer Wandel

(Ernährung und Gesundheit, Stil und Etikette)

Mit Wertschätzen Arbeits- und Leistungskraft erhalten

Das Statistische Bundesamt hat berechnet, dass die Bevölkerung in Deutschland bis zum Jahr 2050 um rund 7 Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen schrumpfen wird. Diese Entwicklung hat einschneidende Auswirkungen unter anderem auf den Arbeitsmarkt. Schon heute ist klar, dass wir alle in Zukunft länger arbeiten werden müssen. Wir brauchen daher eine Unternehmenskultur, die alle Altersgruppen präventiv auf den Paradigmenwechsel vorbereitet.

„Mehr Zeit zu leben – Chancen einer alternden Gesellschaft“, nennt die ARD ihre Themenwoche 2008. „Mit diesem Programm soll die gesellschaftspolitische Diskussion über den demografischen Wandel intensiviert werden“, definiert der ARD-Vorsitzende Fritz Raff das Ziel.

Die Alterspyramide steht Kopf. Das wissen wir schon lange. Landauf, landab zeigen sich Reaktionen. Der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, hielt kürzlich eine Grundsatzrede zum Thema „Die Chancen des demografischen Wandels in Berlin nutzen“. Die Senatsverwaltung entwickelt dazu ein Konzept mit dem Fokus Stadtentwicklung. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen benennt das Thema prominent in seiner 30. Ausgabe des Gesundheitsreports „Demografischer und wirtschaftlicher Wandel – gesundheitliche Folgen“. Unternehmen starten Offensiven und Kampagnen.

Ja zum Handeln

Erste Auswirkungen des demografischen Wandels sind bereits in unserer Wirtschaft spürbar. Führungskräfte- und Fachkräftenachwuchs wird in bestimmten Bereichen knapp. Auszubildende, die auch wirklich für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind, finden sich schwer. Zum ersten Mal gehen im Februar 2008 die Arbeitslosenzahlen deutlich auch deshalb zurück, weil mehr Menschen in Rente gehen, als ins Arbeitsleben nachrücken. Brauchen wir wirklich erst bedrohliche Zeichen, bevor wir reagieren? Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Altersentwicklung bei den Beschäftigten in Deutschland

Und gleichzeitig sehen wir beim näheren Betrachten, dass bereits viele Unternehmen präventiv handeln. So stellt z. B. das Unternehmen Ford seine Produktion um, damit die Älteren im Arbeitsprozess entlastet werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich damit auch der Krankheitsstand bei den Jüngeren reduziert. BASF baut ein Programm auf, um das Unternehmen für Mütter attraktiver zu gestalten, und setzt damit Zeichen für neue Arbeitsplätze. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Nun werden Sie sich vielleicht fragen, was das mit Ihnen als Sekretärin oder als Assistentin der Geschäftsführung zu tun hat.

Chancen leben

Die eigene Arbeits- und Leistungskraft zu erhalten, ist die zentrale Aufgabe zum Thema „Demografischer Wandel“.

Somit ist jeder, jede von uns gefragt, hier aktiv zu werden. Im ersten Schritt bei sich selbst und im zweiten Schritt für sich selbst. Hier spielen die Assistentinnen der Geschäftsführung eine besondere Rolle. Sie können an wichtiger Stelle Botschafter für das Thema im Unternehmen sein. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass wir vor einem Paradigmenwechsel stehen, der sich teilweise bereits vollzogen hat. Wurden gerade in den letzten Jahren Menschen in den Vorruhestand geschickt, heißt es heute mehr und mehr, dass die Lebensarbeitszeit verlängert werden muss. Jüngere Mitarbeiter werden weniger und die Gruppe der Älteren proportional größer. Und spätestens jetzt wird deutlich: Arbeitsund Leistungsfähigkeit fängt bei uns an, unabhängig vom Alter.

Auch die Gewerkschaften haben das Thema für sich entdeckt. Verdi entwickelte den Index „Gute Arbeit“ – ein Fragebogen, der den Arbeitsplatz und das soziale Umfeld facettenreich beleuchtet. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig es ist, dass jeder im Unternehmen seinen Teil beiträgt. Denn ein Arbeitsplatz kann noch so gut gestaltet, die Arbeitskultur noch so mitarbeiterorientiert ausgerichtet sein – wenn ich diese selbst nicht nutze und in Stresssituationen nicht entsprechend handle, hilft auch das Umfeld nicht.

Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben ebenfalls die Berufstätigen im Blick. Mit ihrem neuen Informationsblatt ruft sie zum Engagement in eigener Sache auf und sagt klar und unmissverständlich, dass jeder „einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit“ beträgt – getreu dem Motto „Job & Fit – Mit Genuss zum Erfolg“ (Titel der Infobroschüre: www.jobundfit.de).

Unternehmenskultur

Für die persönliche Prävention zur Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit spielen die drei Säulen „Bewegen – Ernährung – Entspannung“ eine wichtige Rolle.

Doch wenn wir wirklich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit erhalten wollen, dann heißt es, den Blick auf die Menschen zu werfen und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Denn diese Lösungen sind so individuell wie die Menschen und ihre Arbeitsplätze. So braucht die Verwaltungsangestellte, die assistierend die Geschäftsführung begleitet, andere Lösungen als der Projektleiter, der seine Teammitglieder im Landschaftsbau qualifiziert. Das gemeinsam Verbindende ist die Unternehmenskultur, die sich mehr und mehr daran ausrichtet, wie alle gemeinsam für sich ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit erhalten, fördern und miteinander gestalten.

Auch große Unternehmen entdecken das Thema „Demografischer Wandel“
mehr und mehr für sich und sind sich dabei der Bedeutung für ihre Wertschöpfung und Zukunftssicherung bewusst.

So haben wir gerade mit einem international auftretenden Marktführer einen Workshop gestartet, der dieses Thema als strategische Aufgabe auf Vorstandsebene zur Entscheidung tragen soll. Ziel ist es, das Thema nachhaltig in der Unternehmenskultur zu verankern.

Wertschätzung

Ein zentraler Faktor im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel ist die Wertschätzung. Hier fließen die folgenden Gedanken ein:

  • Jede bzw. jeder macht mit und trägt zum Erfolg bei.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt.
  • Das Bewusstsein für die Eigenverantwortung wird geschärft.
  • Lebenslanges Lernen wird als Erfolgsfaktor im Unternehmen integriert und damit eine wertschätzende Unternehmenskultur gestaltet.

Gegenwärtig ist es so, dass Angebote der individuellen Gesundheitsförderung und Prävention im Alter bis 25 kaum eine Rolle spielen. Hingegen nehmen rund 18 % der Versicherten im Alter von 35 bis 44 Jahren an solchen Maßnahmen teil. Bei Älteren nimmt die Inanspruchnahme wiederum deutlich ab. Von den 55- bis 59-jährigen nehmen nur noch 7,2 % Gesundheitsangebote wahr (Quelle: BKK 2006). Um hier wirklich altersdurchgängig das Bewusstsein und die Aktivitäten zu verstärken, benötigen wir:

  • eine Unternehmenskultur, die bewertungsfrei die Türen für Prävention öffnet.
  • Menschen, die dies in Selbstverantwortung annehmen und für sich gestalten.

Jeder ist Botschafter für dieses Thema, lebt es vor und gestaltet es mit.

Kontakt:
Dr. Claudia Härtl-Kasulke
Inhaberin von BERATUNG KULTUR + KOMMUNIKATION
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