Zeitmanagement im Homeoffice
(Arbeitsplatz-Organisation und -gestaltung)
Gerade zu Beginn der Selbständigkeit, jedoch auch bei Unternehmen, bei denen externe Büroräume nicht notwendig sind, wird häufig auf ein Homeoffice zurückgegriffen. Wie bei einer Medaille hat auch das Homeoffice zwei Seiten. Einige der Vorteile, die eindeutig vorliegen, können gleichzeitig zu einem Nachteil werden, sofern man einige wichtige Regeln nicht beachtet.
Vorteile:
- Ein Homeoffice ist kostengünstig und zudem steuerlich absetzbar.
- Ein Homeoffice ist immer dann geeignet, wenn das Unternehmen keine Kundenbesuche hat, da Besprechungen überwiegend in den Kundenräumen stattfinden.
- Die Wege sind kurz. Es entfallen die Fahrtkosten zum Büro.
- Haben Sie Kinder, vor allem kleinere, sind Sie sozusagen ‚im Haus’.
- Haben Sie Ideen zu einem Projekt oder fällt Ihnen eine Lösung zu einem Problem ein, ist der Weg ins Büro kurz, um die entsprechenden Notizen zu machen.
- Es besteht kein Kleiderzwang
Wächst das Unternehmen, werden früher oder später auch Überlegungen zur Entscheidung für externe Büroräume notwendig. Spätestens zu dem Zeitpunkt, da Se die administrativen Tätigkeiten nicht mehr alleine bewerkstelligen können und auf externe Unterstützung zurückgreifen möchten. Anfangs ist dies sicherlich auch noch durch externe Büro- und Sekretariatsdienstleister möglich, doch ab einer bestimmten Größenordnung ist auch dies nicht mehr ausreichend. Bis es zu dieser Entscheidung kommt, machen wir uns erst einmal Gedanken, wie wir im Homeoffice effizient arbeiten können und auf was zu achten ist, um unser Zeit- und Selbstmanagement zu verbessern, wenn von zuhause aus gearbeitet wird.
1. Die mentale Einstellung und die Räumlichkeiten
Auch wenn sich Ihr Büro in den eigenen vier Wänden befindet, denken Sie immer daran, Sie wechseln von der Privatsphäre in die Berufssphäre, sobald Sie Ihr Büro betreten. Deshalb ist es wichtig, dass der Officeraum abschließbar und getrennt von den übrigen Räumen ist. Durchgangszimmer sind prädestiniert für Ablenkungen und fehlende Konzentration.
Natürlich ist es angenehm, wenn Türen offen stehen und der Blick schweifen kann. Fällt er jedoch in den Küchenbereich oder das Kinderzimmer, ist die berufliche Atmosphäre ziemlich schnell vergessen. Lassen Sie deshalb die Türe nur dann offen, wenn Sie auf einen Flur, der das Ambiente eines Eingangs hat, blicken. (Der Flur sollte natürlich aufgeräumt sein, denn anderenfalls könnten Ihre Prioritäten schnell eine andere Wendung erhalten!). In allen anderen Fällen gilt: Türe geschlossen halten.
Ihr Büro ist ein Arbeitsraum. Wenn Sie dieses beziehen, entscheiden Sie sich für einen hellen Raum, nicht für den Abstellraum, der zwar groß genug, doch ohne Fenster ist. Den PC, Schreibtisch und einen Aktenschrank in eine Ecke des Wohn- oder Schlafzimmers gequetscht, ist für effizientes Arbeiten ebenfalls nicht geeignet. Diese Räume sind für andere Zeiten und andere Gelegenheiten reserviert. Halten Sie die Türe zu Ihrem Büro, wenn für Sie Feierabend ist, geschlossen. Sie umgehen dann die Gefahr gegen 21.00 Uhr eben mal schnell noch etwas erledigen. Um 23.00 Uhr sind Sie fertig. In zweierlei Hinsicht. Besorgen Sie besser ein Ideenbuch (mehr dazu später) um Ihre Gedanken oder Ideen zu notieren, ohne ins Büro zu gehen. Bei einer physikalischen Trennung ist dies auch nicht möglich.
Sicher fragen Sie sich jetzt, was dies alles mit Zeitmanagement zu tun hat. Es betrifft den Aspekt der Ablenkung. Ein häufiger Grund für - angeblich - zu wenig Zeit ist die Tatsache, dass wir abgelenkt werden und wir uns selbst ablenken. Diese Gefahr der eigenen Ablenkung ist im Homeoffice größer als in einem externen Büro. So ist es wichtig, das Homeoffice auch als Office mental zu betrachten und nicht nur als einen Raum in der Wohnung.
2. Die mentale Einstellung und die Kleidung
Sicher werden Sie sich zuhause weder im Anzug noch im Kostüm bewegen. Legere Kleidung bis zum Jogginganzug sind hier angesagt. So besteht auch in Ihrem Homeoffice kein Kleiderzwang, zumal auch keine Kundenbesuche angesagt sind. Doch kurzer Blick auf den vorherigen Absatz: Sie sind im Büro, das sich zufällig in der privaten Umgebung befindet! Das bedeutet auch eine angemessene Kleidung. Stellen Sie sich einfach ein Unternehmen vor, das einen legeren Kleidungsstil bevorzugt. Der Jogginganzug wäre jetzt etwas zu leger, doch Jeans o. Ä. mit Shirt, Bluse, Hemd sind angebracht. IHR Unternehmen hat diesen Kleidungsstil. Die Einhaltung einer bestimmten Kleidungsform unterstreicht einfach den beruflichen Aspekt.
Am Wochenende können Sie ganz anders agieren. Wenn Sie da noch etwas erledigen möchten, Ideen verarbeiten etc. kann dies ruhig im Jogginganzug, je nach Uhrzeit sicher auch noch im Schlafanzug erfolgen. Dies hat noch einen zweiten Aspekt: Die Gefahr ‚rund um die Uhr zu arbeiten’ ist im Homeoffice eindeutig gegeben. Durch die optische Trennung im Bezug auf den Kleidungsstil, trennen Sie auch optisch Ihre Hauptarbeitszeit von Ihrer Freizeit. Ihr Unterbewusstsein, das Jogginganzug mit Freizeit verbindet, hilft Ihnen, darauf zu achten, dass Sie Ihre Freizeit auch anders als nur mit Arbeit ausfüllen können. Dies ist natürlich dann nicht mehr möglich, wenn Sie jeden Tag in Sportkleidung am Schreibtisch sitzen. Dann ist die Formel Sportkleidung = Arbeit, egal zu welchem Zeitpunkt.
Zu einem effektiven Zeitmanagement gehören auch Erholungsphasen. Da es zugegebenermaßen nicht immer einfach ist, von Beruf auf Freizeit / Erholung umzuschalten, ist es hilfreich, dies durch äußere Faktoren zu unterstützen. Also Erholung =Jogginganzug; Beruf = Jeans.
3. Arbeitszeiten
Ich habe bereits bei der ‚geschlossenen Tür’ darauf hingewiesen, dass Sie einen Feierabend haben. Der dritte Punkt, die mentale Einstellung durch äußere Rahmenbedingungen zu unterstützen, liegt in der Festlegung der Arbeitszeit. Sind Sie selbstständig, gibt es kein Nine-to-five-Arbeiten. Es gibt Kundentermine, außer-Haus-Termine, Sie sind morgens leistungsfähiger oder es fällt Ihnen abends noch etwas ein. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie Kinder haben und von zuhause aus entweder im Angestelltenverhältnis oder auch selbstständig arbeiten. Trotzdem ist es wichtig, eine persönliche Arbeitszeit einzurichten.
Haben Sie Kinder, können Sie bis zu einem gewissen Alter im überwiegenden Fall nur eine Halbtagsstelle übernehmen. Je nachdem ist dies vormittags oder nachmittags oder vielleicht auch in den Abendstunden. Genauso richten Sie sich Ihre Zeiten ein, wenn Sie zuhause Ihr Büro haben. Die Kinder sind in der Schule oder Kindergarten und Sie würden im Anschluss ins Büro fahren. Nur dass Sie nicht fahren, sondern die Räumlichkeiten wechseln. Wenn Sie Beruf und Kind kombinieren, so sind speziell bei der Planung Ihrer Aufgaben und des Tages weitere Dinge zu beachten. Darauf kommen wir unter dem Punkt Planung noch einmal zu sprechen. Jetzt ist es erst einmal wichtig, die eigene Arbeitszeit genau zu definieren.
Ohne Kinder ist die Arbeitszeit ebenso wichtig. Die Gefahr, regelmäßig bis in die Nacht hinein zu arbeiten, ist in diesem Fall nämlich äußerst groß. Damit nehmen Sie sich die Möglichkeit der Regeneration. Die Folge: Lösungen werden langsamer gefunden, da sich Ihre Gedanken nur ums Geschäft drehen; die Kreativität sinkt; das Querdenken fällt schwerer: selbst wenn Sie einzelne Fäden bei einem Problem als Lösungsansatz sehen, es gelingt fast nicht, diese miteinander zu verbinden, da der notwendige Abstand fehlt; und zu guter Letzt Burn-Out. Setzen Sie sich einen Tagesstart fest und benennen Sie ein Tagesende. Dies kann manchmal von Tag zu Tag variieren. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre persönlichen Rahmendaten haben und sich bewusst werden, wenn Sie diese überschreiten.
4. Ablenkungen
Gerade im Homeoffice ist die Gefahr groß, durch eigene und fremde Ablenkungsmanöver nicht an der eigentlichen Arbeit dran zu bleiben. Die Möglichkeiten, die Aufschieberitis zu perfektionieren, sind hier fast unendlich groß. In den privaten Räumen finden sich immer wieder neue Gelegenheiten, gerade das, was man eigentlich tun möchte, nun doch aufgrund anderer Dinge zu verschieben. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits auf die äußere Unterstützung, wie unter den Punkten 1 und 2 beschrieben, zurück zugreifen und diese umzusetzen.
Fremde Ablenkungen
Was im Büro Kollegen sind, sind zuhause Familie und Freunde. Kennen Sie den Satz bei einem Anruf‚ ich, wusste doch, dass Du zuhause bist……’? Noch einmal: Sie sind nicht zuhause, Sie sind im Büro. Integrieren Sie dies in Ihren Wortschatz und vermitteln Sie dies auch so. Als bitte nicht: ‚Ruf mich doch an, ich bin Mittwoch zuhause..’ sondern ‚Ruf mich doch bitte Mittwoch im Büro an..’ Dazu gehört natürlich, dass Sie eine private und eine Firmentelefonleitung haben. Was tun mit den Spontanbesuchen? Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Unternehmen. Dann sind diese Spontanbesuche auch nicht möglich. Also erziehen Sie Ihre Freunde dazu, dass Sie dies respektieren. Von Ihrer Seite aus, halten Sie Gespräch sehr kurz; verweisen Sie auf den Abend, das Wochenende oder einen anderen Zeitpunkt, der für Sie möglich ist.
Was ist mit der Familie? Der weitere Kreise, wie Eltern, Schwiegereltern, Tanten etc. wird wie die Freunde behandelt. Ganz deutlich klar machen, dass während der Arbeitszeit keine Freundschaftsdienste geleistet werden. Hierzu gehört auch das Erlernen von NEIN Sagen. Auch wenn einmal die Äußerung ‚Wir waren immer für Dich da….’ fällt, bleiben Sie fest. Sind Sie zeitlich und arbeitsmäßig in der Lage, so können Sie einen für sich richtigen Termin nennen, bei dem Sie gerne helfen. Anderenfalls geht es JETZT eben nicht. Die unterschwellige Aussage, nicht mehr gemocht zu werden, kennen Sie von Fremden ja auch. Und auch hier ist es wichtig das ‚Drohmittel’ zu kennen, um freundlich aber bestimmt NEIN zu sagen.
Bei Ihrer Familie in Form von Partner und Kindern wird es nicht immer so leicht sein. Hier führen Sie Regeln ein: Wenn Sie arbeiten, arbeiten Sie. Die geschlossene Tür in Ihrem Büro trägt dazu bei, das äußerliche Zeichen zu setzen. Es kann sein, dass es zu einigen Gesprächen kommt, bis Ihre Familie diese Grenzen akzeptiert. Bis zu diesem Zeitpunkt liegt es an Ihnen, ob Sie selbst die Regeln außer Kraft setzen oder sich daran halten. Auch wenn es manchmal schwer fällt.
Eigene Ablenkungsmanöver
Sind Sie im Homeoffice, denken Sie sicher schneller einmal daran, dass die Waschmaschine anzuwerfen ist, der Geschirrspüler ist noch nicht ausgeräumt, die Wäsche muss gebügelt werden usw. wichtigste Aufgaben, wenn Sie an einer Arbeit nicht dranbleiben wollen oder eine ungeliebte Aufgabe vor Ihnen liegt. Zum einen, denken Sie wieder einmal daran, Sie wären in einem normalen Büro. Dann käme es Ihnen gar nicht in den Sinn, Hausarbeiten zu erledigen. Zum anderen, nehmen Sie die plötzliche Aufmerksamkeit, die Sie unwichtigen Dingen widmen, ernst. Es ist ein eindeutiges Ablenkungsmanöver. Jetzt haben Sie die Gelegenheit zu prüfen, was denn an dieser vor Ihnen liegenden Aufgabe so schlimm ist. Haben Sie es herausgefunden, können Sie etwas tun. Häufig sind es Kobolde, die Ihnen einflüstern, eine Aufgabe, die Sie machen möchten, gar nicht zu können. Wer weiß, wer Ihnen als Kind immer gesagt hat, dass Sie z.B. nicht malen können. Jetzt sollen Sie eine Grafik erstellen und wissen nicht wie. Einfach starten. Es kommt nicht auf perfekt an, sondern darauf, dass Sie beginnen. Fragen Sie Bekannte oder Kollegen, wer Ihnen dabei hilfreiche Tipps geben kann, damit Sie mit dieser Aufgabe sicherer werden. Nehmen Sie die ungeliebten Tätigkeiten als Motivationsfaktor. Am besten immer nur eine täglich und diese früh am Morgen. Haben Sie es geschafft, geht der Rest fast wie von alleine. Gesteigerte Motivation und das Wissen, endlich an die Sache herangegangen zu sein, beflügelt. Eine andere Möglichkeit: Für eine ungeliebte Tätigkeit belohnen Sie sich mit der Erledigung von zwei geliebten.
Und wenn Sie dann in Ihren Pausen in Ihre Küche = Kantine gehen, fragen Sie sich einfach, ob Sie im Büro außerhalb dieser Räume auch ans Abwaschen denken würden. Eher nicht.
5. Ziele
Einfacher wird es, mit den Rahmenerscheinungen eines Homeoffice fertig zu werden, wenn Sie sich immer wieder Ihres/Ihrer Ziel/e bewusst werden. Aus welchem Grund sind Sie selbstständig? Was möchten Sie damit erreichen? Wann wollen Sie es erreichen? Ist Ihnen das bewusst, so werden Hausarbeit und private Ablenkungsmanöver zur Nebensache. Wenn Sie einen außer Haus Termin haben, der Sie beruflich weiter bringt, werden Sie nur noch das Hemd oder die Bluse, die für diesen Termin geeignet sind, bügeln und nicht mehr den ganzen Wäschekorb, weil Ihnen diese Tätigkeit wertvolle Zeit, die Sie für die Terminvorbereitung benötigen, nimmt. Machen Sie sich täglich Ihr Ziel mit der Update-Formel bewusst.
Umsetzbare Ziele, die hoch, jedoch erreichbar sein sollen
Prüfbare Ziele, deren Status durch Messzahlen überprüft werden kann
Definierte Ziele, die genau beschrieben sind
Aktionsorientierte Ziele, die Bewegung und Tatkraft erfordern
Termine für den Start- und den Endpunkt setze
Ergebnisse kontrollieren und die frei gewordene Energie für das nächste Ziel nutzen.
6. Prioritäten
Ihr Ziel ist Ihnen bewusst, so können Sie auch unterscheiden, was wichtig und was unwichtig für die Zielerreichung ist.
Geläufig ist die Einteilung in A-B-C-Aufgaben. Die wichtigsten Aufgaben liegen im A-Sektor, die Routineaufgaben und weniger wichtigen liegen im C-Sektor. B-Aufgaben sind wichtig, jedoch langfristig zu betrachten. Deutlicher wird dies, wenn man die Matrix der zwei Dimensionen von Eisenhower zugrunde legt. Die zwei Dimensionen von Prioritäten werden durch Wichtigkeit und Dringlichkeit gekennzeichnet. Dringlichkeit hat immer den Zeitfaktor, also den Termincharakter mit dabei. Häufig werden Aufgaben dringend gemacht, ohne dass sie es sind. Deshalb ist immer der zweite Faktor, nämlich die Wichtigkeit einer Aufgabe mitzubetrachten.
Nehmen wir nun die A-B-C-Aufgaben und integrieren sie in die Eisenhower-Matrix stellt sich folgendes Bild dar:
A-Aufgabe: Wichtig und dringend. Dieser Quadrant kann noch einmal unterteilt werden. Wichtige Aufgaben, die uns bekannt sind. Wichtige Aufgaben, die unvorhergesehen sind und erledigt werden müssen. Aufgaben, die wichtig wurden, da sie aufgeschoben oder vernachlässigt wurden. Sie können sowohl aus dem B-Quadranten als auch aus dem C-Quadranten stammen. Ein Beispiel: Die monatliche Umsatzsteuervorauszahlung ist Anfang des Monats zwar wichtig, doch da der Termin noch in der Zukunft liegt, nicht dringend. Muss diese am 15. abgegeben werden und bis zum 14. es ist dahin gehend noch nichts erfolgt, wird diese ursprüngliche B-Aufgabe zu einer A-Aufgabe. Die Alternative ist, regelmäßig die notwendigen Aufgaben wie Buchungen, Unterlagen aufbereiten etc. zu erledigen um am 14. nur noch auf den Knopf zu drücken. Derartige A-Aufgaben bringen uns in Zeitnot, obwohl sie vermieden werden können.
B-Aufgaben sind also Aufgaben, die wichtig, jedoch nicht dringend sind. Damit diese auch regelmäßig bearbeitet werden und nicht zu unliebsamen Überraschungen führen, geben Sie diesen Aufgaben einen Erledigungstermin. Auch die Werbeaktion, die Sie im Juni für den Oktober ins Auge fassen, ist eine B-Aufgabe. Terminieren Sie die einzelnen Schritte, um im Oktober auch starten zu können.
C-Aufgaben sind Routineaufgaben. Da diese zwar erledigt werden müssen, jedoch nicht allzu wichtig sind, ist hier Vereinfachung angesagt. Strukturieren, vereinfachen, optimieren Sie diese Aufgaben, um nicht zu viel Zeit auf die Erledigung aufzuwenden.
Da eine Matrix immer 4 Quadranten hat, fehlt jetzt noch einer: Der D-Quadrant. Dies ist der Papierkorb und umfasst alles, was völlig unnötig ist. Werbesendungen, Newsletter, die Sie bestellt haben jedoch nicht mehr benötigen, Zeitschriften, deren Inhalt sich nach 12 Monaten wiederholt etc.
Homeoffice bedeutet häufig eine Kombination aus Privat und Beruf. Wenden Sie doch diese Prioritäten auch im privaten Bereich an. Spätestens wenn Sie an einer zielorientierten Priorität sitzen, wird der Wäschekorb zur Nebensächlichkeit.
7. Planung
Alle Informationen und Ziele nutzen nichts, wenn nicht eine effiziente Planung dahinter steckt. Termine und Aufgaben müssen geplant werden, um den Weg zum Ziel gehen zu können.
Dabei gibt es nur einige wenige, jedoch dafür umso wichtigere Aspekte für eine effiziente Planung:
Oberstes Kriterium: Genügend Luft einplanen. Häufig funktioniert Planung nur deshalb nicht, weil versucht wird, den ganzen Tag zu verplanen. Als Regel gilt: 60% der verfügbaren Zeit mit Aufgaben einplanen. Dann ist ausreichend Luft, um auf unvorhergesehene Vorkommnisse reagieren zu können, ohne dass sofort Panik ausbricht. Planen Sie für die Bearbeitung einzelner Aufgaben ebenfalls etwas mehr Zeit ein. Sollten Sie z.B. eine Information eines Lieferanten benötigen um ein Angebot zu erstellen, so berücksichtigen Sie, dass die Information ggfs. nicht sofort bei Ihrem Anruf zur Verfügung steht. Hatten Sie geplant: anrufen - Info erhalten - Angebot sofort fertig stellen; kann dies in so einem Fall unnötigen Druck erzeugen. Besser: anrufen - Info erfragen - Angebot am nächsten oder übernächsten Tag fertig stellen.
Zweiter Punkt: Schriftlichkeit. Immer alles schriftlich festhalten, was Ihnen durch den Kopf geht, was Ihnen einfällt, Anrufnotizen, Ideen etc. Und zwar nur an einem Ort. Versuchen Sie einmal mit einem Notizbuch, in das Sie alles eintragen. Am besten, Sie legen zwei an: Eines für Ihren Beruf und eines für die privaten Dinge. Damit geht Ihnen nun nichts mehr verloren.
Planen Sie in größeren Zeiträumen als nur einem Tag. Erstellen Sie eine Monats- mindestens jedoch eine Wochenübersicht. Anhand dieser Vorlagen können Sie dann die einzelnen Tage planen. Ansonsten besteht die Gefahr nur von Tag zu Tag zu planen und die Übersicht zu verlieren.
Da das Homeoffice nun einmal in den privaten vier Wänden ist, ist es notwendig, beide Bereiche zu planen. Es kann sinnvoll sein, morgens eine Stunde für die privaten Aufgaben wie auch den Haushalt einzuplanen. Dann haben Sie auch den Kopf frei für den Rest des Tages. Wenn Sie z.B. um 09.00 Uhr morgens im Büro starten, so reservieren Sie doch die Zeit von 07.30 Uhr bis 08.30 Uhr für Privates. Damit ist ausreichend Zeit, falls etwas länger dauert, und/oder sich auf den Arbeitstag einzustimmen. Wären Sie nicht im eigenen Büro, würde diese halbe Stunde Luft Ihre Fahrtzeit sein, in der Sie sich mental auf den Tag einstimmen.
Ansonsten gilt die Formel ASPEKTE:
Alles planen
Schriftlich festhalten
Prioritäten setzen
Entscheidungen treffen
Klare Aufgaben definieren
Termine festlegen
Ergebnis kontrollieren
8. Arbeitstechniken
Es gibt verschiedene Techniken, die zur Vereinfachung und Strukturierung von Aufgaben beitragen. Im Homeoffice gilt nichts anderes als in einem externen Büro.
Besonders wird es jedoch dann, wenn Ihre Zeit durch Kinder geprägt wird. Das heißt, Sie können z.B. von 08-13.00 Uhr Ihre Arbeitszeit planen, danach stehen die Kinder im Vordergrund und erst am späten Nachmittag oder Abend ist wieder die Möglichkeit gegeben, berufliche Aufgaben zu erledigen.
In diesen Fällen sollten Sie sich sehr intensiv mit der Pyramidentechnik auseinander setzen. Unterteilen Sie Aufgaben oder Projekte in möglichst kleine Schritte bzw. Quader. Je kleiner umso besser. Kleine Aufgaben können immer wieder dazwischen geschoben und vor allen Dingen abgeschlossen werden, als umfangreiche. Bei der Unterteilung ist darauf zu achten, dass jeder Aufgaben-Quader in sich abgeschlossen ist. So können Sie immer mit dem nächsten weiter machen. Nicht in sich geschlossene Aufgabenteile bedeuten, dass Sie sich immer wieder neu eindenken müssen, was Zeit kostet und die Bearbeitung somit verzögert. Übrigens gehört diese Unterteilung bzw. die Zeit, die Sie für die Erstellung der Schrittfolge aufwenden, auch zum Thema PLANUNG. Mit dieser Schritt-Planung sparen Sie im Nachhinein Zeit. Die Pyramidentechnik ist auch eine Lösung für ungeliebte Aufgaben aufgrund ihres Umfangs. Oder einfach nur um mit dem ersten Schritt zu starten. Jede abgeschlossene Aufgabe hat zudem den Vorteil des Erfolgs. Erledigt und abgeschlossen = Erfolgreich beendet. Es kann zum nächsten Schritt gegangen werden.
Auch das Bündeln von ähnlichen Aufgaben trägt zur Vereinfachung bei. Führen Sie alle anstehenden Telefonate nach einander. Bearbeiten Sie E-Mails ‚am Stück’ und nicht hier mal eine, da mal eine. Der Vorteil: Sie arbeiten sich in die Bearbeitungstechnik ein, werden routiniert und somit sinkt die Bearbeitungsdauer. Der eine odere andere wird dies sicher bei Telefonaten bereits einmal erlebt haben. Das Erste ist noch etwas holprig, trotz guter Vorbereitung, ab dem Dritten läuft es wie ‚geschmiert’.
Zusammenfassung
Ein Homeoffice hat etliche Vorteile. Dabei ist der Ablenkungsfaktor nicht zu unterschätzen. Gerade weil man ‚zuhause’ arbeitet, sind die unerledigten Hausarbeiten und privaten Kontakte viel präsenter, als wenn Sie sich in Räumen außerhalb befinden. Natürlich denken Sie auch an private Dinge, wenn Sie außer Haus sind, doch es würde Ihnen sicher nicht einfallen, schnell einmal zurückzufahren, um das Geschirr zu spülen. Sie schreiben sich in diesem Fall die Aufgabe auf.
Deshalb ist es wichtig, sich im Homeoffice gewisse äußere Regeln einzurichten. Angefangen von der geschlossenen Bürotür über die Formulierung ‚Ich bin im Büro’ über die ‚eben-mal-schnell’ zu erledigenden privaten Dinge. Kontinuität und Disziplin sind im Homeoffice noch stärker gefragt, da die Ablenkungsfaktoren präsenter sind. Die Ziele, die Sie mit Ihrem Beruf erreichen möchten, halten Sie sich bitte stark vor Augen. Haben Sie ein Wideboard, eine Pinwand o. Ä., heften Sie Ihr Ziel an diese Tafel. Erziehen Sie Ihr privates Umfeld, auch wenn es schwierig ist. Sie haben davon einen langfristigen Erfolg. Und wenn Sie dann aufgrund Ihres Erfolgs in größere Räume, die extern sind, umziehen, haben sich alle bereits an Ihre ‚Abwesenheit’ gewöhnt.
Ursula Vormwald ist Inhaberin von time for business. Die Themen Zeitmanagement, Organisation und Prozessverbesserungen sind Inhalt Ihres Unternehmens. Sie selbst ist Betriebswirtin (VwA) und hat eine Ausbildung zur Change Managerin um die notwendigen Änderungen im Unternehmen professionell begleiten zu können. Ihr Angebot umfasst Seminare, Workshops, Inhouse-Veranstaltungen und Coaching zu vielen Themen rund um die Organisation und deren Optimierungschancen im Unternehmen. http://www.uv-business.de